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Zwanzig Jahre Oberschmuck für den Dorfbrunnen
Wildflecken. Der Dorfbrunnen von Wildflecken war kahl und leer, erinnert sich Anja Donner an jenen Augenblick, als ihr vor zwanzig Jahren die Idee kam, das Brauchtum des Brunnenschmückens, wie in den Dörfern Oberfrankens gang und gebe, nach Wildflecken zu übernehmen. Ein paar Jahre zuvor, 1987, brachte Regina Rinke, Präsidentin des Rhönklub, den Stein zum Bau eines Dorfbrunnen in Wildflecken ins Rollen.
Gründliche Vorbereitungen
Und so wurden auch in diesem Jahr wieder alle Vorbereitungen zum Schmücken des Dorfbrunnens von Anja Donner getroffen: Buchsbaumzweige, anderes Grün, Blumendraht,
Scheren, Schubkarre für den Transport - alles lag und stand bereits vor ihrer Garage. Auch die eiserne „Krone“ wartete schon auf ihren Schmuck. Dann ging alles ganz flott von der Hand. Büschelchen mit Grün wurden gereicht, mit Draht an der Krone befestigt und nach drei Stunden fröhlicher Arbeit von allen begutachtet und für ordentlich befunden. Der Transport des Schmuckstückes per Schubkarre durchs Dorf konnte beginnen. Eine wackelige Angelegenheit, weil die Krone mehr als einen Meter Höhe aufweist!. Mit Unterstützung der kräftigen Arme von Otto Kirchner und Wilfried Donner erhielt schließlich der Rhönklub-Brunnen seine Krone.
Brunnen aus 1987
„Wie doch die Zeit vergeht“, meinte Marga Kleinhenz, die langjährige Kulturwartin des Zweigvereins des Rhönklubs, „denn im kommenden Jahr können wir schon ein kleines Jubiläum des Brunnens feiern“. Auch Regina Rinke erinnerte sich noch genau an die Einzelheiten von 1987. Sie hatte damals die Idee für einen Dorfbrunnen gehabt. Schließlich hätten früher alle Orte einen oder gar mehrere Brunnen besessen. Wasser war seit Menschengedenken ein wichtiges Lebenselixier! So war Rinke auf die Suche nach einem Brunnentrog gegangen und im Auershof schließlich bei der Familie Vorndran fündig geworden. Kilian Abert habe alle Erd- und Mauerarbeiten übernommen und die Gemeinde hatte die Erlaubnis zur „Umleitung“ des Wassers aus der Sinn gegeben.
Seit 20 Jahren Osterbrunnen
„Wann kam dir denn der Gedanke, den Brunnen in der vorösterlichen Zeit zu schmücken?“, wurde Anja Donner gefragt, als man sich nach der Arbeit zu einer zünftigen Brotzeit bei herrlichstem Frühlingswetter an der Sitzgruppe neben dem Brunnen ausruhte. „Das war schon 1991, als mir der Brunnen so kahl und leer erschien. Ich wusste vom Schmücken der Brunnen in den Dörfern Oberfrankens und regte an, diesen Brauch von den ‚Nachbarn’ zu übernehmen“.
Irmgard Zahn, von Anfang an dabei, meinte: „Wir sitzen heute hier zum 20. Mal zusammen. Der Kreis der Helfer hat sich in dieser langen Zeit ständig verändert. Es kamen neue hinzu und andere blieben aus Altersgründen weg, denn nicht immer war das Wetter so herrlich wie heute!“. Dem konnte Otto Kirchner, seines Zeichens Wegewart im Zweigverein, nur beipflichten. Er erinnerte an das vergangene Jahr, wo die Finger steif gefroren waren, aber dennoch alle Helfer bis zum Schluss ausharrten.
Der Otto hat auch heuer wieder die Aufräum- und Pflegearbeiten rund um den Brunnen übernommen, alle Sträucher gestutzt, die Wegränder gesäubert und den gesamten Brunnenbereich fein hergerichtet. Als die Frage aufkam, bevor man auseinander ging „Warum macht Ihr alle das eigentlich?“, kam spontan von allen, die dabei waren, die Antwort: „Weil es uns Spaß macht!“. Das also ist der Grund vieler Mitglieder eines Vereines für ehrenamtliches Engagement. Text/Fotos: Regina Rinke
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